Eine Katze zieht ein - Die Vorbereitung

Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe

(Rainer Maria Rilke)


Die Welt heute ist schnellebig. Leben heisst Veränderung... Die Anschaffung eines Haustieres sollte daher wohl überlegt sein. Viel zu oft werden Tiere überüberlegt angeschafft und dann beim kleinsten Problem, einer "plötzlich und unerwartet" auftretenden Allergie oder einer Lebensveränderungen wie Umzug oder Nachwuchs einfach weitergereicht, ins Tierheim gegeben oder sogar ausgesetzt... Nur Wenige machen sich überhaupt Gedanken was das für das Tier bedeutet. Viele Tiere trauern, leiden, manche stellen sogar das Fressen ein, geben sich auf...

Das alles muss nicht sein, wenn man sich VORHER ausreichend Gedanken macht.

Was braucht meine Katze?

Infos zum Thema Katzenhaltung

Hier erfahren Sie was Ihre Katze für ein zufriedenes Katzenleben braucht...

Das sollten Sie bedenken...

Die Entscheidung für eine Katze ist eine Herzensangelegenheit, bedeutet aber auch Verantwortung für bis zu 20 Jahre. Bevor Sie sich für einen oder mehrere Mitbewohner entscheiden, helfen Ihnen diese Punkte bei der Selbsteinschätzung:

  1. Lebensplanung & Verantwortung
    Beständigkeit: Katzen haben eine hohe Lebenserwartung. Passt eine Katze auch in 5 oder 10 Jahren noch in Ihr Leben (Umzug, Auslandsaufenthalt, Familienplanung)? Wer sich für eine Katze entscheidet, entscheidet sich somit für viele Jahre Verantwortung, Zusammenleben, Tierarztkosten, aber natürlich auch für jede Menge Freude, Spaß und Liebe.

    Was ist der Grund für die Anschaffung einer Katze? Will ich nach getaner Arbeit nicht in ein leeres Haus zurück kehren und etwas zum Kuscheln zu haben, wenn ich abends gemütlich auf der Couch sitze, ist das sicherlich verständlich, aber reicht das als Grund aus? Stehe ich auch in Alter und/oder Krankheit zu meinem Tier und lasse ihm jede nötige Hilfe zukommen?
    Katzen sind sehr eigenständige Wesen. Sie kommen nicht kuscheln, wenn WIR es wollen – sie kommen wenn SIE es wollen. Sie sind eigene Persönlichkeiten und keine Katze ist wie die andere. Das sollte man akzeptieren können.

    Zeitaufwand: Tägliches Spiel, Pflege und die Reinigung des Katzenklos gehören dazu. Auch die Urlaubsbetreuung muss vorab geklärt sein. Mal eben ein paar Tage vereisen oder ungeplant auswärts übernachten nicht so einfach möglich sind. 

  2. Kosten im Blick
    Bin ich in der Lage „normal“ wiederkehrende Tierarztkosten darzustellen (Impfungen, Wurmkuren, Gesundheits-Check, Blutbild etc.). Habe ich die Möglichkeit mir ein „Polster“ für unvorhergesehenes anzuschaffen. Z.B. monatlich eine kleine Summe sparen, um im Notfall Kosten damit abfangen zu können. Oder sollte ich eine Krankenversicherung für meine Katzen abzuschließen. Ob eine Versicherung Sinn oder keinen Sinn macht muss jeder für sich entscheiden.


    Ungefähre Fixkosten pro Monat:
    Futter                     40–55 €
    Katzenstreu          10–20 €
    Tierarzt-Basis       10–20 €
    (Impfungen, Parasitenmittel, Routine, auf 12 Monate umgelegt)
    Gesamt Fixkosten   60–95 €
    Optionale Rücklage (Notfälle, OPs, Spezialfutter etc.): +20–30 €


    👉 Mit Rücklage: 80–120 € pro Monat

  3. Wohnungshaltung oder Freigang
    Soll die Katze als Wohnungskatze gehalten werden, empfehlen wir dringend die Anschaffung von zwei Katzen, am besten zwei, die sich bereits kennen. Eine Wohnungskatze alleine zu halten widerspricht in mehrfacher Hinsicht der Natur des Tieres.  Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Katzen allein in die Wohnungshaltung vermitteln. 

    Bei Freigang; Ist die Gegend wirklich für Freigang geeignet (Verkehr, tierliebe Nachbarn etc.)? Komme ich damit zurecht, wenn die Katze mir kleine „Geschenke“ in Form von toten Mäusen oder Vögeln mit nach Hause bringt? Freigänger haben ein höheres Unfallrisiko, somit können auch die Tierarztkosten höher sein. Auch der sauberste Freigänger kann einmal Flöhe mit nach Hause bringen…
  4. Das katzengerechte Zuhause
    Sind Sie bereit Ihr Zuhause für das neue Familienmitglied katzengerecht und –sicher einzurichten?
    Kratzbaum, Liegeplätze, Katzenklos, Futterplatz (Wasser- und Futternapf nicht nebeneinander), Spielzeug… 
    Abwechslungsreiche Ausstattung: Katzen mögen es 3-dimensional! Sie liegen gern auf erhöhten Plätzen und klettern gern. Zusätzlich zu entsprechenden Kratzbäumen, kann man mittels Regalbrettern und Schränken mehr "Platz" bei selben m² schaffen. Es sollten zudem ausreichend Rückzugsorte vorhanden sein.


    Sicherheit: Kippfensterschutz und ein vernetzter Balkon sind lebenswichtig. Giftige Pflanzen gehören außerhalb de Reichweite der Katzen-

    Bitte auch bedenken, Katzen verlieren Haare, das Klo muss täglich gereinigt werden (Faustregel beim Klo: Anzahl Katzen + 1, sorgen für Harmonie), das Katzenfutter riecht, das Mobiliar lädt Katzen nahezu immer dazu ein sich gepflegt die Krallen zu wetzen - ein Stubentiger macht Arbeit, das ist einfach nicht von der Hand zu weisen.

Welche Katze passt zu mir?

Grundsatztipp bei der Katzenwahl: Ist bereits eine Katze vorhanden, so sollte der Neuzugang möglichst im selben/ähnlichem Alter, mit ähnlichem Charakter und gleich geschlechtlich sein.

Unserer Erfahrung nach harmonisieren gleichgeschlechtliche Paare meist besser als gemischte. Auch bei Geschwistern kann dies beobachtet werden. Häufig liegt es daran, dass Kater lieber toben und raufen und Kätzinnen lieber Fangspiele spielen. Die Kater sind ihnen zu grob und das führt zu Stress. Sollte es sich also nicht um ein gemischtes Pärchen handeln, das sich schon länger kennt und gut versteht, ist die sicherere Wahl zwei Kater oder zwei Kätzinnen einziehen zu lassen. Wir beobachten unsere Tiere gut und entscheiden individuell, ob auch eine gemischtgeschlechtliche Vermittlung möglich ist.


Das richtige Alter

Kitten oder Senior?
Kitten sind süß, jeder findet sie toll, doch sie bedeuten auch mehr Arbeit. In der Regel sind sie um ein vielfaches anspruchsvoller als ausgewachsene Katzen. Sie fordern mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Sie rennen, toben und spielen gern auch mal über Tische und Bänke, stellen Unsinn an, sind eben sehr aktiv und verspielt. Auch dann wenn der Dosenöffner grad mal so gar keine Lust hat. Das sollte immer bedacht und einkalkuliert werden. Charakterlich sind sie eine Wundertüte. Erst nach der Teenagerzeit kann der Charakter verlässlich widergegeben werden. Wer es also lieber ruhiger mag, sollte sich lieber schon erwachsene Tiere ins Haus holen.


Kitten sollten unter keinen Umständen vor 12 Wochen von der Mutterkatze getrennt werden. Besonders die letzten Wochen sind sehr wichtig für das Sozialverhalten. In dieser Zeit lernen sie wie sich eine Katze Artgenossen und auch Menschen gegenüber verhält. Zu frühes Wegnehmen kann zu schlimmen Verhaltensstörungen und unerwünschtem Verhalten (wie z.B. Kratzen und Beißen) führen.

 

Möchten Sie lieber ruhige Weggefährten, so sollten Sie besser älteren Katzen ein Zuhause bieten. Gerade ältere Katzen haben es im Tierschutz besonders schwer, da fast jeder lieber süße, kleine Baby-Katzen möchte. Häufig leider ohne wirklich darüber nachzudenken, was dies eigentlich heißt...

 

Ist bereits eine Katze vorhanden, so sollte der Neuzugang idealerweise in ähnlichem Alter sein. Ein 12 Jähriger Kater beispielsweise, wäre schnell genervt von einem 6 Monate alten Kitten mit vollem Spieltrieb.


Einzelgänger oder nicht...?

Kurz und knapp:

Katzen sind, entgegen der sich hartnäckig haltenden Meinung, KEINE Einzelgänger. Sie sind EinzelJÄGER. Spiel-, Tobe- und Kuschelpartner gehören zu einem glücklichen Katzenleben dazu. Letzen Endes machen 2 Katzen meist weniger Arbeit als eine allein - Stichwort Auslastung.
Wir vermitteln nicht in Einzelhaltung. Ein Partner ist für das seelische Wohlbefinden (Putzen, Raufen, Kommunizieren) unerlässlich. 

Natürlich gibt es bei jeder Regel auch Ausnahmen. Katzen, die viele Jahre lang in Einzelhaltung gelebt haben, akzeptieren häufig keine anderen Katzen mehr. Sie haben jegliches Sozialverhalten verlernt...

 

Aber es bleibt eben was es ist: eine Ausnahme. Kitten sollten niemals allein leben müssen. Sollte also keine altersgemäß passende Katze bei Ihnen wohnen, sollten auf jeden Fall zwei Kitten einziehen!