Katzen sind entgegen weit verbreiteter Mythen keine Einzelgänger, sondern Einzeljähr. In der Natur leben sie oft in sozialen Kolonien zusammen. Eine
Einzelhaltung in der Wohnung ist nicht artgerecht und kommt, besonders bei berufstätige Menschen, einer „Einzelhaft“ gleich.
- Soziale Interaktionen fehlen: Kein Mensch kann einen kätzischen Artgenossen ersetzen. Das gegenseitige Putzen (besonders an Stellen wie den Ohren), das gemeinsame Raufen und das Jagen
sind überlebenswichtige soziale Verhaltensweisen.
- Kaum körperliche Auslastung: Ein Katzenkumpel ist der ideale Partner zum Toben und Spielen. Ohne diesen Partner richtet sich die Energie oft gegen die Einrichtung oder den Besitzer.
- Fehlende emotionale Geborgenheit: Zu zweit zu kuscheln spendet Trost und Wärme, besonders wenn die Besitzer nicht zu Hause sind oder das Tier krank ist.
- Gefahr von Verhaltensstörungen: Einsame Katzen entwickeln oft psychische Probleme, die sich in aggressivem Spiel gegenüber Menschen (Kratzen, Beißen), Zerstörungswut (Tapeten, Gardinen) oder
Unsauberkeit und Putzsucht äußern können. Manche Katzen resignieren und verschlafen die meiste Zeit des Tages einfach
- Die stille Resignation (Apathie): Da Katzen keine lauten Protestschreie ausstoßen, wenn sie unglücklich sind, wird dieser Zustand von Besitzern häufig missverstanden. Man denkt, die
Katze sei „pflegeleicht“, „brav“ oder einfach ein „ruhiger Schläfer“, während sie in Wahrheit innerlich aufgegeben hat.
Hier sind die Fachbegriffe und Konzepte, die dieses Verhalten beschreiben:
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- Apathie: Die Katze zeigt kaum noch Reaktion auf Außenreize. Das Interesse an Spielzeug, Geräuschen oder der Interaktion mit dem Menschen schwindet.
- Depression: Genau wie Menschen können auch Katzen in eine klinische Depression verfallen. Der übermäßige Schlaf (Hypersomnie) ist hierbei ein klassisches Symptom, um der ereignislosen
und einsamen Realität zu entfliehen.
- Erlernte Hilflosigkeit: Dies ist ein psychologisches Konzept. Die Katze hat gelernt, dass ihre Versuche, Interaktion oder Beschäftigung einzufordern, ins Leere laufen oder nicht
ausreichen, um ihre sozialen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie stellt ihre Bemühungen schließlich ganz ein, um Energie zu sparen und Enttäuschungen zu vermeiden.
- Hospitalismus: Ursprünglich aus der Humanmedizin für Heimkinder bekannt, wird dieser Begriff auch bei Tieren verwendet, die in reizarmer Umgebung ohne Sozialkontakte verkümmern. Es
beschreibt die psychischen Schäden durch mangelnde Zuwendung.
Zusammengefasst: Ein Artgenosse bedeutet für eine Katze Lebensqualität, Sicherheit und die Möglichkeit, ihre natürlichen Instinkte voll auszuleben. Wer seiner Katze ein glückliches Leben
ermöglichen möchte, schenkt ihr einen Freund fürs Leben.
Wie bei allem, gibt es natürlich auch hier Ausnahmen:
ABER diese sind in der Regel menschgemacht. Nahezu immer wurden unverträgliche Katzen viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt, hatten keine Chance sozialisiert
zu werden oder haben das Sozialverhalten einfach durch jahrelange Einzelhaft verlernt.
Für ausgewachsene Katzen, die Freigang bekommen, ist eine Einzelhaltung im Grunde immerhin weniger problematisch, da sie zumindest ausgelasteter sind. Da aber Freigänger-Katzen die Umgebung
in Reviere aufteilen, sind echte Freundschaften mit anderen Freigängern zwar möglich, aber nicht die Regel. Deshalb und auch in Zeiten kalter Temperaturen und schlechtem Wetter wissen
Freigänger einen kätzischen Partner Zuhause meist sehr zu schätzen.