Die meisten Deutschen denken Streunerkatzen gehören lediglich in Südeuropa zum normalen Straßenbild... Ein trauriger Irrtum... Auch im angeblich tierfreundlichen Deutschland fristen tausende Streunerkatzen ein eher trauriges Dasein. Wild lebende Katzen sind jeden Tag gefordert etwas zu Fressen zu finden, Parasiten und den Entbehrungen und Gefahren des Alltags zu trotzen. Das Leben von Streuner-katzen hat bei näherer Betrachtung leider kaum etwas mit einer romantischen Vorstellung von Wildnis und Freiheit zu tun. In den meisten Fällen lässt sich daher auch eindeutig der jeweilige Lebensstil der Samtpfoten auf einen Blick erkennen. Ein zerzaustes Fell, unbehandelte Wunden und ausgemergelte Körper zeugen vom harten Alltag und mangelnder Gesundheit von Streunerkatzen.
Streunerkatzen benötigen unsere Hilfe. Aufgrund der geschätzt 2.000.000 Streunerkatzen in Deutschland gibt es nicht genug Nahrung für alle. Wir bekämpfen Mäuse, schützen unseren Müll durch Tonnen und hungrige Tiere werden eher verjagt, weil viele ein "schmutziges" Tier nicht in der Nähe ihres wohlbehüteten Zuhauses haben möchten...
Doch auch wenn man sich sicher ist, dass es sich um eine verwilderte Streunerkatze handelt und helfen möchte, sollte die Katze einem Tierarzt vorgestellt werden, welcher sie auf einen Chip oder eine Tätowierung prüfen (eine Fundmeldung beim Ordnungsamt empfiehlt sich auch bei vermeintlichen Streunern, denn auch diese fallen unter das Fundrecht!), erst versorgen und ggf. auch behandeln kann. Gestaltet sich das Einfangen schwer, weil das Tier sehr scheu oder ängstlich ist, sollte es einige Tage angefüttert werden und am besten leiht man sich beim örtlichen Tierschutz eine Lebendfalle aus. Auch wenn es wild klingt, ist dies um einiges schonender und vor allem auch für einen selbst weniger risikoreich, als zu versuchen die Katze womöglich mit den Händen zu packen. Katzenbisse sind sehr gefährlich und bedürfen IMMER sofortiger antibiotischer Behandlung!
Ein sehr wichtiger Punkt ist die Kastration! Wenn man den Tieren wirklich helfen möchte, dann BITTE nicht "nur" füttern ohne auch für die Kastration der Tiere zu sorgen. Sei es wenn möglich durch einen selbst oder mit Hilfe des örtlichen Tierschutzes. Das Katzenelend wird immer größer und nur durch konsequente Kastration können wir helfen es einzudämmen! Es gibt viel mehr Katzen als man in verantwortungsvolle Hände vermitteln kann. Darum und auch, weil beim Geschlechtsverkehr und im Geschlechterkampf viele Infektionskrankheiten übertragen werden können, sollten ALLE Katzen und Kater schnellstmöglich KASTRIERT werden, um weitere Geburten zu verhindern.
Ein Streuner, der über längere Zeit versorgt und gefüttert wurde, geht in die VERANTWORTUNG DES FÜTTERS über. Vor allem wenn man auf dem eigenen Grundstück füttert. Das Tier gehört einem dadurch zwar nicht, aber dennoch geht man gesetzlich verpflichtende Verantwortungen ein. Wer ein besitzerloses Tier füttert oder bei sich aufnimmt oder ihm vorübergehend Obdach gewährt, hat die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten und ist verantwortlich für die ordnungsgemäße Versorgung des Tieres und seine tierärztliche Versorgung.
Kranken, verletzten oder abgemagerten Tieren Hilfe zukommen zu lassen, sollte selbstverständlich sein!!!
Wer helfen möchte, aber nicht die Möglichkeit hat Tiere mit eigenen Mitteln zu versorgen, kann sich einem Katzenschutzverein auch als Futterstelle zur Verfügung zu stellen. Diese freuen sich in der Regel über Unterstützung bei der Versorgung freilebender Katzen und klären Sie über die gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen auf.
Bitte denken Sie daran, dass man bereits mit der ersten Fütterung eine Verantwortung für das Tier übernommen hat. Diese Verantwortung kann man nicht einfach ablegen wie einen alten Hut, wenn man keine Lust mehr hat. Füttern Sie Streunerkatzen nur dann, wenn Sie die Verantwortung auch bereit sind langfristig zu tragen und sich um das Tier ordnungsgemäß zu kümmern. Ist das nicht so melden Sie die Tiere bitte wenigstens dem örtlichen Tierschutz, so dass trotzdem geholfen werden kann.

Nicht nur die zuverlässige, regelmäßige Versorgung von Streunern ist wichtig, sondern auch das Aufstellen und Betreuen von geeigneten Winterquartieren. Um ihnen bei Wind und Wetter trotzdem einen gut geschützten, trockenen Schlafplatz bieten zu können, sollten geeignete Häuschen oder Boxen aufgestellt werden.
Sehr wichtig ist, das diese Quartiere dicht und gut isoliert sind. Sie sollten nicht direkt auf dem Boden stehen, um Schimmelbildung durch Staunässe zu verhindern. Das Auslegen mit Heu oder Stroh ist unserer Erfahrung nach die bessere Wahl. Es wärmt, ist preiswert, lässt sich gut austauschen und schimmelt nicht. Handtüchern hingegen saugen sich schnell voll, schimmeln und können im schlimmsten Fall sogar an der Katze festfrieren. Große Styroporboxen, wie auf obigem Bild zu sehen, eignen sich gut für Katzenquartiere, da das Material windundurchlässig und wasserabweisend ist und zusätzlich wärmt.
Styroporboxen eignen sich auch als Futterplatz. Mit der offenen Seite nach vorn ist das Futter vor Regen geschützt und das Styropor von unten hält die Kälte des Bodens zurück.
Im Winter friert Nassfutter schnell ein, daher ist in diesem Fall Trockenfutter oft unvermeidbar und die bessere Wahl. Kommen die Katzen recht zuverlässig zum Futterplatz, kann die Zeit bis zum Einfrieren mittels Baby-Warmhalteteller oder z.B. Snuggle Safe verlängert werden. Auch für's Trinkwasser eignet sich diese Methode gut.
Generell empfiehlt es sich feste Futterzeiten einzuhalten. Die Katzen werden sich darauf einstellen und "pünktlich" zur Fütterung auftauchen.
Uns erreichen inzwischen Anfragen aus ganz Deutschland für aktive Hilfe oder die Aufnahme von Streunerkatzen. Da wir ein winzig kleiner Verein sind und auch kein Tierheim betreiben, ist uns das in dieser Form leider nicht möglich. Wir müssen uns dabei auf unsere Region beschränken. Wir versuchen in diesen Fällen aber natürlich entsprechend zu beraten und ggf. Hilfe zu vermitteln. Erster Ansprechpartner für aktive Hilfe sollte der örtliche Tierschutzverein/das Tierheim sein. Wenn Sie Schwierigkeiten haben entsprechende Adressen zu finden, versuchen wir gern auch da zu helfen.
