FeLV - Felines Leukose Virus

Das Feline Leukämie-Virus (FeLV), besser bekannt als Leukose, gehört zu den Infektionskrankheiten und wird  durch einen Retrovirus verursacht.

 

Wie kann sich eine Katze mit FeLV anstecken?

Das Feline Leukose Virus (FeLV) wird über Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Kot , Urin und Milch) übertragen. Der direkte Kontakt mit einem Virusausscheider durch gegenseitiges Belecken spielt dabei eine große Rolle. Die indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände spielt nur eine untergeordnete Rolle, da das Virus an der Luft nur sehr kurz überlebt. Aus dem gleichen Grund ist auch eine Übertragung durch Kot und Urin eher die Ausnahme. Eine Übertragung von der Mutter auf den Fötus über die Plazenta ist ebenfalls möglich (transplazentare Übertragung).

Als Wartezeit nach dem Ableben einer Leukose-Katze bis zur Neubesetzung wird oftmals eine Frist von 30 Tagen empfohlen. Um eine Ansteckung des Neuankömmlings sicher zu vermeiden, sollten Näpfe, Katzentoiletten, Spielzeug und Käfige entsorgt oder mit HIV-wirksamen Desinfektionsmitteln behandelt werden.

 

Kann ich mich als Mensch anstecken?
Es besteht keinerlei Ansteckungsgefahr für Menschen oder andere Tiere. Das FeLV-Virus findet man ausschließlich bei Katzen.

 

Wie zeigt sich die Krankheit?

Katzenleukose äußert sich in einer Schwächung der Abwehrkraft durch das Virus. Betroffene Katzen sind den verschiedensten Infektionserregern praktisch schutzlos ausgeliefert. Die Leukose ist somit auch Grundlage für viele andere, oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.

 

Die Katzenleukose kann mit den vielfältigsten Krankheitserscheinungen einhergehen. Beginnend mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung, blassen Schleimhäuten (Anämie), Zahnfleischentzündungen bis hin zu bösartigen Tumoren in der Brusthöhle und im Bauch (Leber, Niere, Darm).

 

Wie lange kann eine FeLV-infizierte Katze leben?

Die Inkubationszeit bei der Leukose kann zwischen mehreren Monaten und sogar Jahren schwanken. Leukose erkrankte Katzen können auch mit ihrer Krankheit noch Monate oder gar Jahre leben, wobei die konkrete Lebenserwartung sich natürlich nicht voraussagen lässt. Jedoch scheidet die Katze wahrscheinlich Viren aus und es sind Maßnahmen erforderlich, um die Übertragung auf andere Katzen zu verhindern.

 

Weiterhin sind Leukose-Patienten wegen der immunsuppressiven Wirkung des Virus krankheitsanfällig und bedürfen sorgfältiger Beobachtung und sofortiger tierärztlicher Hilfe, sollten sich Symptome einer Infektion zeigen.

 

Ein gewisser Teil erwachsener Katzen, die Kontakt mit dem Virus haben, entwickeln eine natürliche Immunität. In der Regel ist bei diesen Tieren in Blut und Knochenmark kein Virus nachweisbar und sie erreichen ein normales Alter. In einigen Fällen ist der Virus aber nur eingekapselt. Stress, Krankheiten oder Kortisone können zur Virusaktivierung und damit zum Krankheitsausbruch führen.

 

Wie kann man FeLV feststellen?

Die Diagnose der Infektion mit FeLV wird bei Verdacht routinemäßig mittels serologischem ELISA-Bluttest durchgeführt. Serologische Tests der Speichel- und Tränenflüssigkeit sind nur in Ausnahmefällen geeignet (Erstinfektion vor einer Virämie) und sollten routinemäßig stets zweite Wahl bleiben. Folgende Möglichkeiten der Testbeurteilung unter Berücksichtigung der vier Verlaufsphasen der Krankheit kommen in Frage:

 

Positiver Test:

 

  • Jungtier

Die Katze könnte in Phase 1 oder 2 (Virämie) sein und vielleicht das Virus wieder abstoßen: sofortige Euthanasie nicht erforderlich, Katze isolieren und nach 6-12 Wochen nachtesten. Bei nochmals positivem Test ist eine Trennung von anderen nicht infizierten Tieren angeraten, um eine Ansteckung zu verhindert.

  • Erwachsene Katze

Die Katze könnte theoretisch ebenfalls in Phase 1 oder 2 (Virämie) sein (kürzlich erfolgte Infektion bei Freigängern, Aufenthalt im Katzenheim), im Zweifel nach 6-12 Wochen nachtesten. Bei Katzen, die in letzter Zeit keinen Kontakt hatten, gilt die Diagnose Katzenleukämie mit einer positiven Untersuchung als relativ gesichert. Dennoch ist ein zweiter Test zur Bestätigung (am besten ein PCR-Test) angeraten, da es immer wieder mal zu “falsch positiven” Testergebnissen kommen kann (vor allem dann, wenn es sich um so genannte “Schnelltests” mit Vollblut statt Serum handelt).

 

Negativer Test:

 

Die Katze ist wahrscheinlich kein Virusträger. Mögliche Ausnahmen:

 

  • Die Katze befindet sich in Phase 3 (latenter Virusträger). Ein relativ gesichertes Ergebnis gibt hier der so genannte PCR-Test, welcher nicht das Virus im Blut sondern das Pro-Virus in der DNA nachweist. Die Katze selbst stellt in der Regel in dieser Phase keine Infektionsgefahr für andere Katzen dar (allerdings hat es immer wieder Mutterkatzen gegeben, die die Infektion an ihre Welpen übertragen haben, obwohl sie nicht virämisch waren!!), solange die Krankheit nicht in Phase 4 (Dauerauscheider) übergeht. Auch wiederholte Bluttests bleiben in dieser Phase negativ. Die geschätzte Dunkelziffer der infizierten, aber im Test (falsch) negativen Katzen ist beachtlich.
     
  • Der Test erfolgt in der so genannten “Blindphase”, welche den Zeitraum der ersten Wochen nach der Infektion bezeichnet. Während dieser Zeit ist ein Nachweis im Blut noch nicht möglich, ebenso wenig in der DNA. Allerdings kann der PCR-Test, der das Pro-Virus in der DNA nachweist, sehr viel früher Aufschluss über eine Infektion geben als der gewöhnliche ELISA-Test, der das Virus im Blut (sprich die Virämie) nachweist. Der PCR-Test wird für gewöhnlich nicht in den Tierarztpraxen durchgeführt, sondern das Blut (in dem Fall EDTA-Blut) muss vom Tierarzt in ein Veterinärlabor eingesendet werden.

 

Wie kann man die Krankheit behandeln?

Leider gibt es keine Therapie, die zu einer Heilung führt. Die Behandlung gegen die Ursache der Erkrankung – das Virus – ist nicht möglich. Bestenfalls gelingt ein Zurückdrängen der Krankheit für eine gewisse Zeit. Die Verwendung von Virostatika (vermehrungshemmende Medikamente) kann nur das Auftreten klinischer Erkrankungen hinauszögern, nicht aber das Virus beseitigen.

Die Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen und versuchen, die Leiden des Tieres zu lindern. Wenn der Krankheitsprozess noch nicht weit fortgeschritten ist und die Katze offensichtlich noch nicht daran leidet, können die Symptome kuriert und die Abwehrkraft der Katze gestärkt werden.

Chemotherapie und Bestrahlung können bei neoplastischen Formen lebensverlängernd sein. Es kommt jedoch darauf an, welches Organ betroffen ist, denn genau dieses muss behandelt werden. Bei bösartigen Tumoren muss überlegt werden, ob das kranke Tier nicht besser von seinem Leid zu erlösen ist, denn die Nebenwirkungen sind wie in der Humanmedizin hochproblematisch.

Bei der Therapie werden nicht nur die auftretenden Symptome behandelt, sondern auch das Immunsystem gestärkt. Wie bei anderen Infektionskrankheiten auch, muss das Immunsystem den Kampf gegen das Virus alleine aufnehmen. Der Tierarzt kann lediglich das Immunsystem bei seinem Kampf gegen den Virus unterstützen; mehr jedoch leider nicht.

Auch der Tierhalter ist hier aufgerufen, aktiv mitzuhelfen und die Katze zu unterstützen. Will oder kann die Katze nicht fressen, muss der Katzenbesitzer nachhelfen, am besten mit weicher Nahrung (Brei, Püriertes, Brühe etc.), die ggf. über eine Spritze direkt ins Maul gegeben wird. Auch muss für eine gute Flüssigkeitsaufnahme gesorgt werden. Das Putzen des Fells muss ebenfalls der Halter übernehmen, wenn die Katze für ihre Fellpflege zu geschwächt ist. Die Fellpflege ist für eine Katze sehr wichtig und tut ihr gut. Aktive Mithilfe in allen notwendigen Bereichen ist also gefragt!

Wenn man keine Aussicht auf Erfolg mehr sieht, sollte man der Katze den Gefallen tun und ihr Leid ersparen, indem man sie einschläfern lässt. So schwer das für den Besitzer auch ist, aber es ist eine Erlösung für die Katze und wer seine Katze liebt, der erspart ihr unnötige Leiden!

 

Vorbeugung/Impfung

Da es kein sinnvolles Therapieverfahren gibt, muss auf die Vorbeugung besonderen Wert gelegt werden.

Die sicherste Methode, die Krankheit zu verhindern, ist die Schutzimpfung. Eine Impfung gegen FeLV ist sehr sicher und verleiht eine gute Immunität. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Impfstoff auch in der Lage ist, nicht nur vor Schwächung des Immunsystems, sondern auch vor Tumorentwicklungen zu schützen.

Für die Grundimmunisierung sind 2 Injektionen erforderlich, die ab einem Lebensalter von 9 Wochen (Wiederholung mit 12 Wochen) verabreicht werden können. Die Immunität wird durch jährliche, einfache Impfungen aufrechterhalten. Natürlich wirkt die Impfung nur dann, wenn die Katze den Virus nicht schon in sich trägt, im Zweifelsfall macht ein vorheriger Bluttest Sinn.

Die Impfung ist für „Freigänger“ unbedingt zu empfehlen, Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Tieren sind weniger gefährdet.

 

Quellen:

http://www.katzenschutzbund-koeln.de/gesundheit/leukosefelv/

http://www.katzenklinik-frankfurt.de/?page_id=22

http://www.loetzerich.de/Gesundheit/Leukose__Leukamie_/leukose__leukamie_.html