FIP - Feline Infektiöse Peritonitis

FIP ist ein Virusinfekt, bei dem sich ein primär harmloses Coronavirus zum tödlichen (mutierten) verändert.

Anzeichen

Die Beschwerden bei einer FIP-Erkrankung sind leider sehr unspezifisch und können grundsätzliche auch auf viele verschiedene Krankheiten hindeuten


- Mattheit, Apathie

- Antibiotika-resistentes Fieber, auch Untertemperatur ist möglich

- Fressunlust, Inappetenz

- Gewichtsverlust

 

weiter auf die Erkrankung hinweisende Symptome können sein

- Flüssigkeitsansammlungen in Bauch und/oder Brustraum (u.U. Atemnot)

- Augen-/Pupillenveränderungen

- Gelbfärbung (Ikterus)



Diagnose

Die einzige Möglichkeit, eine FIP zu 100% sicher zu machen, besteht in dem Nachweis von mutiertem Coronavirus (Antigen) in Makrophagen aus den Flüssigkeiten aus Bauch oder Brust (es muß punktiert werden). Dieser Test ist im „positiven“ Fall beweisend, im „negativen“ ist die FIP aber nicht ausgeschlossen!

Besteht kein Erguß (oder zu wenig um es zu gewinnen) sind eine Reihe von Test möglich, die aber nur für FIP typische Ergebnisse bringen und nie ein endgültiger Beweis sind. Manchmal muß aber die Summe dieser Ergebnisse reichen, um die Entscheidung für das weitere Vorgehen zu fällen. Diese Untersuchungen sind z.B.:

 

- Bestimmung der Antikörperhöhe (Titer) gegen das Coronavirus im Blut (zeigt auch das harmlose

  Darm-Coronavirus an) Leider sagt die Titerhöhe nicht darüber aus, ob ein Tier an FIP erkrankt ist

  oder nicht. Selbst hohe Titer kommen nicht ausschließlich bei FIP vor

 

- Bestimmung von Gesamtprotein (hoch bei FIP) und Aufschlüsselung der Globuline (Gamma

  hoch/Albumin niedrig), erniedrigter A/G-Quotient (unter 0,6)

 

- Rivalta-Probe: Punktattröpfchen schwebt in Eisessig (sinkt langsam zu Boden)

 

- PCR testet auf  Teile aus dem Erbgut der Coronaviren (kann auch bei harmlosen Viren positiv

  ausfallen

 

- Zytologie de Punktates (auch zum Ausschluß anderer Erkrankungen)

 

Wenn keine Punktatsprobe vorliegt und die anderen möglichen Untersuchungen nicht ausreichen für eine Entscheidung, sind nur noch eine Öffnung der Bauchhöhle und histologische Untersuchungen möglich


Neuer Mutationstest scheint Sicherheit zu bringen...

Das Labox Idexx kann jetzt die Mutationen nachweisen. Zuerst hieß es "nur" aus Punktat, sprich bei der feuchten Form. Hier steht aber auch aus Gewebeproben etc.:

 

http://www.vet-magazin.ch/firmennews...XX-Diavet.html

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PDF FIP-Poster von Laboklin
fip_poster_dgk-dvg_2013.pdf
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PDF FIP von IDEXX (englisch)
feline-infectious-peritonitis-virus.pdf
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Folgen

Nicht das Virus selbst, sondern die übermäßige Reaktion des Immunsystems führt zur FIP. Mutiertes Coronavirus wird von Makrophagen „gefressen“, vermehrt sich dort weiter und wird im gesamten Organismus verteilt. Gebildete Antikörper bilden Komplexe mit den Makrophagen (Antikörper-Antigen-Komplexe), diese greifen Blutgefäßwände an und führen zu Undichtigkeiten (FIP ist eigentlich eine Gefäßentzündung) und dem Austritt von Flüssigkeiten → Ergüsse. Hinzu kommen knötchenförmige Veränderungen in Organen, Augen, ZNS (in der Leber führt dies zur Gelbfärbung,  im Auge zur Augenentzündung,...).

Ein Erguß im Brustraum führt zu teils hochgradiger Atemnot.

 

 

Behandlung

Eine Heilung ist leider derzeit nicht möglich.

 

Da das Immunsystem für die Symptome verantwortlich ist, besteht auch nur dort ein Ansatzpunkt zur Linderung, so daß manchmal noch einige Monate „Leben“ möglich ist.

 

Berichte über Katzen, die eine FIP überlebt haben sollen, basieren auf keiner gesicherten Diagnose!

 

Unser Rat: Machen Sie Ihrer Katze die letzte Zeit so schön wie möglich. Es ist schwer den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann es Zeit wird. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl. Wer einen engen Bezug zu senem Tier hat, merkt in der Regel wann es Zeit ist. So schwer es auch ist ein geliebtes Tier gehen zu lassen, lassen Sie Ihren Schatz nicht unnötig leiden.

 

 

Impfung

Die Impfung ist wirkungslos falls bereits Kontakt zu Coronaviren bestanden hat (was meist der Fall ist) und erzeugt (verwirrende) Antikörper (für eine Titerbestimmung)

Zudem steht die Impfung im Verdacht einen Ausbruch der Krankheit sogar zu begünstigen, wodurch sie, unserer Meinung nach, nicht zu empfehlen ist.

 

 

Nützliche Informationen

- Erst das Mutieren der eigentlich harmlosen Coronavirus führt zu FIP. Üblicher Kontakt birgt kein  Ansteckungsrisiko!

 

- FIP-kranke Katzen (nicht nur die) können mit dem Kot Coronavirus ausscheiden und andere anstecken, aber auch dieses Virus muss erst die Mutation (in der Kontaktkatze) durchmachen,  um FIP auszulösen. In den meisten Katzenpopulationen sind Träger von Corona zu finden. Selbst  wenn eines dieser Tiere das Virus ausscheidet und die anderen infiziert, heißt das nicht, daß  diese  an FIP erkranken müssen.

 

- Auch durch Kotpartikelchen an z.B. Straßenschuhen kann das Coronavirus eingeschleppt

  werden... (Kleingartenanlagen, Katzeneinfangaktionen, …).

 

- Nach dem Tod der FIP-Katze empfiehlt sich eine gründliche Reinigung und Desinfektion (chlorhaltig) aller Gegenstände (Katzenklos und evtl. auch Futternäpfe sollten  gänzlich erneuert  werden)

 

- Die meisten Katzen haben einen nachweisbaren Titer und sind somit schon einmal mit  Coronaviren in Kontakt gekommen.

 

- In Katzengruppen ist eine strenge Katzenklohygiene eine gewisse Prophylaxe (ausreichend viele  Klos, mehrmals täglich reinigen, leicht zu desinfizieren, Futternäpfe in anderen Räumen).

 

 

Andere Gründe für:

Hohes Eiweis, hohes Gamma-Globuli

- chronische Entzündungen (z.B. Zahnfleisch)

- chronischer Katzenschnupfen

- Herzwürmer (Bei Importkatzen aus dem Mittelmeerraum)

- Plasmozytom, multiples Myelom

 

Ergüsse

- malignes Lymphom

- Herzinsuffizienz

- bakterielle Infekte (des Bauchfells)

- Chylothorax (Riss Lymphgefäß in der Brusthöhle)